Seit dem 16. Jahrhundert gibt es Tabakanbau in Deutschland

Laut einer Urkunde soll der erste Tabak 1573 in der Pfalz angebaut worden sein und entwickelte sich über die Jahre hinweg zu einer ertragreichen Einnahmequelle. Zuerst als Heilpflanze genutzt, verbreitete sich die Rauchkultur in Deutschland erst im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, als Söldnerheere rauchend durch das Land zogen. Durch die Einführung eines Beimischungszwangs für heimischen Tabak in Zigarren begann die Zigarrenherstellung und der Tabakanbau in Deutschland zu boomen.

1960 gingen viele Betriebe in Deutschland, die sich auf Tabakanbau spezialisiert hatten, Pleite, da auch sie von der europäischen Tabakblauschimmel-Pandemie betroffen waren, die ihren Anfang an der Bundesanstalt für Tabakbau in Forchheim nahm.

Der Anbau der Tabakpflanze erfolgt in Deutschland auf ähnliche Weise wie in den südlichen Ländern

Wenn die Gefahr des Nachtfrosts gebannt ist, was im Monat Mai der Fall ist, wird die Tabakpflanze ausgesetzt, doch im Gegensatz zu den südlichen Ländern geschieht das hier mit einer Pflanzmaschine, die von einem Traktor gezogen wird. Die Ernte erfolgt auch per Hand und die gebrochenen Tabakblätter werden in Tabakschuppen, die besonders die Landschaft im süddeutschen Raum prägen, luftgetrocknet. Eine alte deutsche Landsorte ist der Geudertheimer Tabak, der nach einem Ort im Elsaß benannt ist. Diese Sorte ist sehr widerstandsfähig und wurde speziell für die Zigarrenproduktion hergestellt. Der Geudertheimer Tabak gedeiht besonders auf sandigem Lehmboden.

Geudertheimer und Friedrichstaler sind deutsche Tabaksorten die für die Zigarrenproduktion verwendet werden

Geudertheimer ist extrem widerstandsfähig und sein rotbraunes Blatt wird als Einlage in Zigarren verwendet. Die Tabaksorte hat ein mildes Aroma und eine gute Glimmeigenschaft. Gegenüber anderen gängigen Tabaksorten verfügt sie über einen sehr niedrigen Nikotingehalt. Noch heute wird der badische Tabak nach England verschifft, wo er als Deckblätter genutzt wird.

Der älteste Zigarrenhersteller in Deutschland ist das Haus Arnold André, das 1817 gegründet wurde, und zugleich der größte Zigarrenproduzent Deutschlands ist. Besonders die Zigarrenmarke Handelsgold der Firma André fand reißenden Absatz in Deutschland, doch eine reine Puro wird in dem Land trotzdem nicht hergestellt.

Die Zigarrenproduktion in Deutschland ist stetig zurückgegangen und der Anbau von Tabak erfolgt nur noch in wenigen Regionen, in Baden und in der Südpfalz.

Mehr