Die Deckblätter reifen unterschiedlich lang

Die Tabakpflanzen unterlaufen fast täglichen Kontrollen auf den Tabakfeldern, um den richtigen Zeitpunkt für die Ernte bestimmen zu können. Gerade bei den Deckblättern, die als Aushängeschild einer Zigarre gelten, werden dort bereits Unterscheidungen, was den richtigen Zeitpunkt anbelangt, getroffen. Die Deckblätter befinden sich im oberen Drittel der Pflanze und werden meistens im letzten Erntegang gebrochen. Nun kommt es aber darauf an, welche Farbe das Deckblatt erhalten soll. Je früher ein Tabakblatt geerntet und getrocknet wird, desto heller ist seine Farbe. Es gibt in den Tabakmanufakturen eigens angestellte Farbsortierer, die bis zu 60 verschiedene Farbtöne voneinander unterscheiden und den jeweiligen Reifegraden zuordnen können.

Von Claro Claro bis Oscuro lassen sich die verschiedenen Reifegrade einteilen

Die verschiedenen Reifegrade, die ein Deckblatt haben kann, verursachen jeweils eine andere Farbschattierung und haben alle einen spezifischen Namen. Claro Claro, oder auch Double Claro sind grünlich-braun, sehr mild und haben einen sehr geringen Ölanteil. Das Tabakblatt wird gebrochen, bevor es vollständig ausgereift ist und wird sehr schnell, meist unter Zuhilfenahme von Feuer, getrocknet. Eine blassbraune und eher natürliche Farbe hat das Claro-Deckblatt, das insbesondere bei den Connecticut-Shade-Deckblättern zu finden ist.

Die dominikanische Partagas Zigarre hat ein Colorado Claro als Deckblatt, das eine goldbraune Farbe hat und auch als natürlich eingestuft wird. Colorado Claros reifen in der direkten Sonne, vor allem in Kamerun.

Das Colorado-Deckblatt dagegen ist rötlich-braun und sehr aromatisch, weswegen es besonders Zigarren umhüllt, die einen sehr reifen und reichen Charakter haben.

Viele Premium-Zigarren aus Honduras verwenden ein Colorado Maduro als Deckblatt,. welches dunkelbraun und sehr kräftig im Aroma ist.

Maduro gilt als traditionelle kubanische Farbe unter den Deckblättern

Das Maduro-Deckblatt hat ein sehr dunkles, sattes Braun und wird vor allen Dingen als Deckblatt bei den kubanischen Zigarren eingesetzt. Fast schwarz ist das Oscuro-Deckblatt, das sich allerdings nicht durch ein eigenes Aroma auszeichnet. In den letzten Jahren hat das Oscuro-Deckblatt immer mehr an Beliebtheit zugenommen. Die Oscuros reifen in der Sonne und werden erst im allerletzten Moment geerntet. Sie werden in Connecticut, Mexiko, Brasilien und Nicaragua angebaut.

Die verschiedenen Reifegrade des Deckblattes finden sich dann auch im Namen der Zigarren wieder, so dass der Aficionada, wie der Zigarrenkenner auch bezeichnet wird, sofort erkennen kann, welchen Reifegrad die Zigarre durchlaufen hat. Die einzelnen Reifegrade gelten auch als Qualitätsmerkmal. Die Zigarren werden in den Kisten farblich geordnet, so dass sie farblich zueinander passen und das Auge des Rauchers ansprechen.

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15 bis 20 verschiedene Tabaksorten befinden sich im Inneren der Zigarre

Die Einlage bildet den festen Kern der Zigarre, der auch allgemein als Puppe bezeichnet wird. Bis zu 20 verschiedene Tabaksorten stecken in dieser Puppe und verleihen jeder Zigarre ihren unvergesslichen Geschmack. Die Zusammenstellung der Einlage bleibt das Geheimnis der einzelnen Tabakmanufakturen, da jede ihr eigenes Rezept für jede Sorte entwickelt hat.

Gerade die Mischung der Einlage macht die Besonderheit der Zigarre aus. Die Tabaksorten können auf jede erdenkliche Art und Weise kombiniert werden, so dass verschiedene Aromen zum Einsatz und Tragen kommen.

Shortfiller und Longfiller machen den Unterschied aus

Die Einlage selber lässt sich noch einmal in Shortfiller und Longfiller unterteilen. Shortfiller bestehen aus kleinen oder etwas größeren Tabakstücken, die zum Beispiel als Reste bei der Zigarrenproduktion anfallen. Longfiller benutzen ganze, entrippte Tabakblätter, die in sich gerollt werden und die Einlage bilden.

Einlage einer Longfillerzigarre bestehen aus drei verschiedenen Blättern

Die drei Blätter einer Longfiller verfügen über verschiedene Eigenschaften und werden bezeichnet als Ligero, Seco und Volado. Das Ligero-Blatt und das Seco-Blatt geben der Zigarre ihr Aroma, während Volado eher zurückhaltend ist, dafür aber eine gute Brandeigenschaft besitzt. Zusammen bilden sie die charakteristische Einlage einer ausgezeichneten und unverwechselbaren Longfiller.

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Das Umblatt hält die Zigarre zusammen

Das Umblatt, wie der Name bereits erahnen lässt, hält die Zigarre zusammen, indem sie die Einlage umschließt. Es besteht aus einem Tabakblatt, das nicht entrippt wird. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass die Rippe nicht zu dick ist, denn sonst würde sie die Brandeigenschaft der Zigarre verändern. In diesem Fall muss die Rippe doch entfernt werden.

Elastizität und Kraft zeichnet das Umblatt aus

Das Umblatt muss die Einlage gut umschließen. Daher muss das Tabakblatt kräftig, aber auch elastisch und biegsam sein. Tabaks aus Java werden gerne als Umblatt benutzt, da sie diese wichtigen Eigenschaften besitzen. Geschmacklich weist das Umblatt keine Besonderheit auf, es muss lediglich auf das Aroma der Einlage abgestimmt sein.

Die Einlage und das Umblatt bilden den Wickel

Als Wickel wird die Stufe bei der Zigarrenherstellung bezeichnet, wenn das Umblatt um die Einlage gewickelt worden ist. Gerade beim Umwickeln kommt es auf das richtige Maß an. Das Umblatt darf weder zu locker noch zu fest um die Einlage sitzen, da sonst die Glimmeigenschaften der Zigarre negativ beeinträchtigt werden. Danach wird der Wickel in eine Form gepresst, in der er etwa eine halbe Stunde verbleibt. Dadurch wird die Form des Wickels nachhaltig gefestigt.

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Das Deckblatt ist das Aushängeschild der Zigarre

Den ersten Eindruck einer Zigarre liefert das Deckblatt und dient sozusagen als Aushängeschild. Das Deckblatt muss von höchster Qualität sein. Es darf keine Farbabweichungen aufweisen oder Fehler und Risse im Tabakblatt haben. Kleine, feine Adern durchziehen das Blatt, das sich fest um den Wickel schließt. Am Mundende befindet sich eine Abschlusskappe, die auch aus dem Deckblatt geformt und angeklebt wurde.

Nur Tabakblätter von höchster Qualität können zum Deckblatt werden

Bereits bei den Qualitätskontrollen während der Ernte erfolgt die Einteilung und nur ganz wenige Blätter vom oberen Teil der Tabakpflanze schaffen es auch bis zum Deckblatt. Meistens kommen die Deckblätter von Plantagen, die ihre Tabakpflanzen mit gespannten Tüchern vor der direkten Sonnenstrahlung schützen, um die Austrocknung der Tabakblätter zu vermeiden.

Sumatra- und Brasil-Tabaks sind die gängigsten Deckblätter

Da nur wenige Tabaksorten den hohen Ansprüchen genügen, gibt es auch nur wenige Anbaugebiete, in denen Deckblätter von hervorragender Qualität wachsen. Neben dem kubanischen Tabak aus dem Vuelta Abajo werden meistens Deckblätter aus Sumatra oder Brasilien verwendet, die sich vor allen Dingen in der Farbe unterscheiden. Sumatra-Deckblätter sind hell, während Brasil-Deckblätter eine dunkle Farbe haben. Falls zusätzliche Farbstoffe verwendet wurden, muss das auf der Packung vermerkt werden.

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Die richtige Trocknung der Tabakblätter ist wichtig

Nach der Ernte der Tabakblätter beginnt die Trocknungsphase, die entscheidend für die weitere Verarbeitung ist. Die Blätter müssen ausreichend getrocknet sein, damit zum Beispiel die Bildung von Schimmel verhindert wird. Mit Fäden werden die einzelnen Blätter zusammen genäht und in Trockenschuppen aufgehängt. Insgesamt brauchen die einzelnen Bündel zwischen 45 und 60 Tagen um vollständig zu trocknen und ihre Farbe von Grün in ein sattes Braun zu ändern. Es gibt verschiedene Arten der Trocknung, doch gerade bei den Tabaksorten, die in Zigarren verwendet werden, werden die Blätter auf natürliche Weise luftgetrocknet.

Der Nikotingehalt der Blätter und auch der Wassergehalt verringert sich drastisch. Eiweiß, Zucker und Stärke in den Tabakblättern werden ebenfalls abgebaut.

Die natürliche Fermentation setzt die Aromen der Tabakblätter frei

Nach der Trocknung erfolgt die natürliche Fermentation der Blätter. Die bis zu mehreren Metern hohen Haufen aus Tabakblättern werden mit Jute abgedeckt und mehrmals während des Prozesses umgeschichtet. Dadurch wird verhindert, dass die riesigen Fermentationsstapel verfaulen oder sich gar entzünden. Die Fermentation dient in erster Linie dazu, den Nikotingehalt und die Gerbsäure in den Blättern zu senken. Die besonderen Aromen, die jedes Tabakblatt einzigartig machen, entfalten sich erst während der Fermentation. Nach der Fermentation werden die Rippen von den Blättern entfernt, allein die Rippen der Deckblätter bleiben unberührt. Nach der Entrippung der Blätter findet eine weitere Fermentation statt, wobei die Blätter in bis zu 50 Kategorien eingeteilt werden.

Nach der Reifelagerung müssen die Blätter feucht gehalten werden

Nachdem der Fermentationsprozess beendet ist, werden die Blätter einige Tage auf speziellen Stellen gelüftet. Danach werden die Blätter in Pakete zusammengepackt und die Zeit der Lagerung beginnt. Je länger ein Blatt lagert, desto besser wird seine Qualität und intensiver sein Aroma. Es kann bis zu drei Jahre dauern, bis der Reifungsprozess beendet ist und die Blätter den Paketen entnommen werden. Sorgfältig werden dann die Tabakblätter auf eventuell schadhafte Stellen überprüft und erst wenn sie diese letzte Qualitätskontrolle durchlaufen haben, dürfen sie für die Herstellung einer Zigarre verwendet werden. Jede Zigarre wird nun von Hand gerollt, worauf ständig darauf geachtet wird, dass die Blätter der Zigarre keinen Riss während des Rollens bekommen. Bevor das Deckblatt schließlich um die Zigarre gewickelt wird, kommt sie noch einmal für etwa eine halbe Stunde in einen Wickelpressstock, damit sie ihre Form behält. Dann wird das Deckblatt, das vorher etwas angefeuchtet wird, damit es sich besser anpassen lässt, um die Zigarre gewickelt.

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Zigarren und ihre unterschiedlichen Formen und Formate

Zigarren aus den verschiedenen Ländern unterscheiden sich nicht nur in Farbe, Aussehen und Geschmack, sondern auch in den bestimmten Formen. Eine gerade gedrehte Zigarre wird als Parejo bezeichnet, während eine Zigarre mit unterschiedlich dickem Körper eine Figurado ist. Doch die unterschiedlichen Formen spielen keine so große Rolle wie die einzelnen Format der Zigarre.

Länge und Durchmesser entscheiden, welches Format eine Zigarre hat. Das Format entscheidet auch über die Dauer des Rauchvergnügens. Je größer das Format ist, desto länger dauert es auch, bis sich eine Zigarre dem Ende entgegen neigt.

Gerade bei den Habanos, den kubanischen Klassikern unter den Zigarren, gibt es verwirrend viele Bezeichnungen und Formate, so dass es selbst als Zigarrenkenner schwierig ist, den Überblick zu behalten.

Corona ist das wohl bekannteste Format der Zigarre

Die Corona ist eine der bekanntesten Formate, die von vielen Zigarrenkenner als das beste Format angesehen wird, da sich das Aroma gut entfalten kann. Die Länge liegt zwischen 140 und 150 cm, während sie einen Durchmesser von 15 bis 17 mm hat. Die Rauchdauer einer Corona beträgt etwa 60 Minuten. Neben der Standard Corona gibt es noch einige Abwandlungen wie die Petit Corona und die Gran Corona, die gerade unter Kennern sehr beliebt ist. Sie hat zwar die gleiche Länge wie die Corona, aber ihr Durchmesser ist größer und liegt zwischen 16 bis 19 mm. Sie bietet ideale Bedingungen, damit sich das Aroma der Zigarre gleichmäßig entfalten kann.

Die Robusto gehört zur Gattung der Figurados, die sich zum Kopf hin verjüngen. Die Robusto erfreut sich steigender Beliebtheit, obwohl ihr gedrungenes Erscheinungsbild nicht jedem auf Anhieb zusagt. Sie ist nur 120 cm lang, dafür aber 20 mm dick. Sie bietet mit 45 Minuten ein relativ kurzes Genusserlebnis, dafür hat sie aber ein sehr großes Aromavolumen.

Das Churchill-Format wurde extra für den britischen Premierminister kreiert

Benannt nach dem englischen Premierminister Winston Churchill wurde dieses Format eigens für ihn ins Leben gerufen. Die Churchill kombiniert Länge mit Dicke. Sie hat eine Länge von 170 bis 190 cm und ist 17 bis 19 mm dick. Sie hat eine sehr lange Rauchdauer, bis zu 90 Minuten brennt sie und entfaltet dabei in vollen Zügen das Aroma des Tabaks.

Wer es etwas dünner mag, kann auf die Panatelas zurückgreifen. Dieses Zigarrenformat ist im Durchmesser sehr dünn, wobei die Mini Panatela die dünnste in diesem Format ist. Besonders bei Frauen ist diese zierliche Zigarre beliebt.

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