Kleine Samen mit großer Wirkung

Die Tabakpflanze wird aus Saatgut gezogen. Jede Tabakpflanze kann zwischen 5 und 20 g Saatgut produzieren, wobei gerade die Größe der Samen interessant ist. Etwa 60.000 Samen passen auf einen Esslöffel, was verdeutlicht, wie klein die Samen in Wirklichkeit sind. Unter den einjährigen Pflanzen ist der Tabak die Pflanze mit der größten Gewichtszunahme innerhalb der relativ kurzen Zeitspanne von fünf bis sieben Monaten.

Zunächst werden die Samen in Saatbeeten vorgezogen. Wenn Sie eine Größe von etwa 30 cm erreicht haben, was in der Regel nach etwa 35 Tagen der Fall ist, werden sie pikiert und auf die großen Felder umgepflanzt. Gerade während der Wachstumsphase ist es wichtig, dass dem Nachtschattengewächs regelmäßig Dünger zugefügt wird, da die Pflanze einen hohen Bedarf an Kalium und Kalzium hat, was in den meisten Böden nicht in ausreichender Form vorkommt.

Während die Tabakpflanze wächst, wird sie fast regelmäßig inspiziert und bereits da wird eine Klassifizierung vorgenommen, die für die spätere Verwendung entscheidend ist.

Zwei unterschiedliche Anbauarten werden für die Tabakpflanze genutzt

Grundsätzlich unterscheidet man beim Anbau der Tabakpflanze zwei unterschiedliche Richtungen: Sun Grown und Shade Anbau. Beim Shade Anbau spannt man riesige Tüll- oder Gazetücher über die Pflanzfelder. Die direkte Einstrahlung der Sonne wird abgemildert und die Tabakpflanzen wachsen sozusagen im Schatten heran. Gerade für den Anbau von Deckblättern eignet sich diese Art, da die Tabakblätter eine sehr helle Farbe erhalten. Die bekannteste Tabaksorte aus dem Shade Anbau ist der Connecticut Shade, der für die meisten dominikanischen Zigarren verwendet wird.

Im Gegensatz zu dem Shade Anbau sind die Tabakpflanzen bei der Sun Grown Variante während der Wachstumsphase und dem Reifungsprozess vollständig der Sonne ausgesetzt, was zu einer dunkleren Farbe der Blätter führt.

Tabakpflanzen, wie der Piloto Cubano Tabak, werden in drei Sorten von Blättern eingeteilt. Ligero sind die Blätter, die im oberen Drittel wachsen und ein sehr intensives Aroma aufweisen. Im mittleren Drittel wachsen die Seco, die aromatisch ausgewogener und leichter sind. Die Volado im unteren Drittel der Pflanze werden häufig als Deckblatt verwendet, da sie sehr gute Brandeigenschaften besitzen.

Die Ernte erfolgt auf den Tag genau

Da die einzelnen Tabakblätter fast täglich kontrolliert werden, erfolgt auch die Ernte auf den Tag genau, entsprechend des Reifegrads der jeweiligen Blätter. Allgemein lässt sich sagen, dass die unteren Blätter sich im Spätsommer gelblich verfärben und den Startpunkt für die Tabakernte geben. Die Ernte des Tabaks ist zeitintensiv und erfolgt per Hand, wobei jedes Blatt einzeln am Stiel abgebrochen wird. Geerntet werden die Blätter von unten nach oben, allerdings werden im ersten Erntegang nur die untersten Blätter gebrochen. Der zweite Erntegang, auf den noch etwa vier weitere Ernten folgen, wird im Abstand von einer Woche begonnen. Meistens beginnt die Ernte in den frühen Morgenstunden, da sich zu diesem Zeitpunkt die Tabakblätter am Besten brechen lassen.

Bei der Ernte der einzelnen Blätter muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, da vor allen Dingen die Deckblätter, die im unteren Bereich der Pflanze wachsen, nicht verletzt werden dürfen. Sie werden später für die äußere Umhüllung der Zigarre verwendet.

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